
Vectrex ist eine Spielkonsole, die
Mitte der 80er Jahre auf den Markt kam und mittlerweile Kultstatus
geniesst. Das besondere war der eingebaute, für Konsolen eher
unübliche Monitor mit Vektorgrafik -- dadurch ergab sich eine
typisches Linien-Bild, das zwar in den Formen eher einfach, aber
dafür extrem scharf auf dem Monitor erschien. Hergestellt und
veröffentlich wurde die Konsole in den USA von GCE ab 1982. In
Europa übernahm MB den Vertrieb. Mit dem Konkurs von GCE 1984
verschwand das Vectrex auch aus den Händlerregalen.
Der mitgelieferte Controller konnte
in einer eigens dafür vorgesehenen Halterung zum Transport
befestigt werden, ein nur 9 Zoll grosser Monitor, zwei Tragegriffe an
der Seite und das bereits eingebaute Spiel Minestorm (ein
Asteroids-Klon) machten das Vectrex zu einer sehr mobilen Konsole.
Gespielt werden konnte somit überall, wo sich eine Steckdose
befand. Zusätzliche Spielmodule konnten über einen Einschub
an der rechten Seite eingesteckt werden. An der Vorderseite befand sich
ein Anschluss für einen zweiten Controller. Der nicht besonders
ergonomisch geformte Controller bestand aus einem 4-Wege-Stick und vier
nebeneinander angeordneten Knöpfen. Das Herzstück war ein mit
1,5 MHz getakteter Motorola 6809-Mikroprozessor.
Jedes Spiel hatte seine eigene
Plastikfolie, die über den Bildschirm gelegt wurde, um so farbige
Grafik zu "simulieren". Die Anzahl der Spieleentwicklungen für das
Vectrex ist recht überschaubar. Allerdings wurden/werden immer
noch weitere Spiele auch nach dem Konkurs des Herstellers programmiert
— in der Regel private Entwicklungen, die sich heute kostenlos
über das Internet beziehen lassen.
Zwar sind funktionierende
Vectrex-Konsolen fast schon eine Rarität, doch per Emulator ist es
möglich die Spiele am PC zu spielen oder neue zu entwickeln. Das
Erscheinungsbild der Vektorgrafik kann auf den zeilenbasierten
PC-Monitoren jedoch nur unvollkommen wiedergegeben werden.